von Ars Technica:
Die in "AI-Overview" umbenannte Funktion ist jetzt da, und es fühlt sich wie die größte Änderung der Google-Suche überhaupt an. Der obere Teil vieler Suchergebnisse (vor allem bei Fragen) wird nun von einer KI-Box dominiert, die das Web durchforstet und Ihnen eine manchmal korrekte Zusammenfassung liefert, ohne dass Sie auf ein einzelnes Ergebnis klicken müssen.
Wenn Google entscheidet, dass Ihre Suchanfrage KI-relevant ist, erfordert es nun viel Scrollen, um Weblinks zu sehen. Google scrollt unendlich, sodass es keine „Seiten“ mehr gibt, aber betrachten wir eine „Seite“ als die volle Höhe eines Browser-Viewports: Die erste Seite ist eine KI-Übersicht, die die Hälfte des Bildschirms einnimmt, gefolgt von einem weiteren Antwortfeld, das von einer Website extrahiert wurde. Seite zwei ist ein „Nutzer fragen auch“-Feld, das weitere Anfragen vorschlägt, dann ein Suchergebnis, gefolgt von einem Videofeld. Seite drei ist die untere Hälfte des Videofeldes, gefolgt von einem Abschnitt „Diskussionen und Foren“ mit Beiträgen von Reddit und Quora. Erst auf Seite vier und nach kilometerlangem Scrollen erhalten wir die traditionellen 10 blauen Links.
Niemand sollte das Ausmaß dieser Veränderung unterschätzen.
Letztes Jahr auf der #beBETA Konferenz in Berlin sah ich eine faszinierende Präsentation von Prof. Dr. Thomas Höppner (Partner Hausfeld), einem auf das Verlagswesen spezialisierten Anwalt, der unmissverständlich vor den „Zero-Click“-Lesegewohnheiten der Zukunft warnte.
Er sagte, dass vom direkten Besuch von Websites im Jahr 1994 über das Klicken auf Google/Facebook-Links bis hin zum "Null-Klick-Lesen" (nie die Website besuchen, keine Einnahmen generieren) eine kontinuierliche Entwicklung in den letzten 30 Jahren stattgefunden hat. Im Jahr 2022 gab es bereits mehr als 50 % "Null-Klick-Leser", und die KI wird diese Entwicklung noch erheblich beschleunigen. Seiner Ansicht nach ist dies die größte Bedrohung, die KI für die Verleger darstellt.
Ein Jahr später sind wir bereits so weit.
